#1 Genesis von Newworldman 27.09.2016 09:56

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Nachdem unser aller Chef, Big P., am Wochenende kundtat, dass er sich noch nie mit Genesis beschäftigt hat, hier mal zum reinschnuppern ein kleiner 70er-Jahre-Prog-Rock-Genesis-Happen.
Wollte es nicht gleich übertreiben und mit "Suppers Ready" einsteigen, sondern wähle deshalb eines Meiner liebsten:



Ich liebe die frühen Genesis. Die Alben mit Gabriel sind so was von Pflicht für jeden Prog-Fan. Danach kann ich mit denen nicht mehr so viel anfangen, auch wenn immer mal wieder ein paar gute Stücke dabei waren ("Driving the last spike" finde ich immer wieder toll). Wo ich bei Rush die Synthie-Phase liebe, finde ich sie bei Genesis grauenhaft...keine Ahnung warum...

#2 RE: Genesis von Newworldman 27.09.2016 10:02

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#3 RE: Genesis von flo1102 27.09.2016 12:59

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Genesis gehören zu meinen TOP3-Bands ... aber ich gestehe (und jeder Genesis-Fan wird mich steinigen) bin ausgeprägter Collins-Fan. Und um die Blasphemie komplett zu machen ... einer der Gründe ist, weil ich Collins für den besseren Sänger halte!!!

Was nicht heißt, dass ich die Gabriel-Phase schlecht finde ... gerade das Foxtrott-Album finde ich absolut genial. "Fountain Of Salmacis", "Watcher Of Skies", "Musical Box", "Firth Of Fifth" .... und partiell "Lamb ..." sind alle absolut genial. Ich konnte mich aber nie mit der Stimme und Bühnenpersönlichkeit von Gabriel anfreunden ...

Meine Lieblingsphase ist 76-80 ... in Alben gesprochen "Trick ..." bis "Duke". Zum einen wie erwähnt finde ich gerade auf der "Seconds Out" singt Collins die alten Gabriel-Songs viel theatralischer und abwechslungsreicher. Der zweite Grund ist natürlich ... bedingt durch mein eigenes musikalisches Wirken ... dass sie mit zwei Livedrummern später einfach rhytmisch viel interessanter wurden. Und drittens finde ich gerade in der genannten Phase die Kombination aus zugänglichen Songs und progressiven Epen musikalisch viel ansprechender.

Und um hier mal mit dem Märchen aufzuräumen, Collins hätte Genesis verkommerzialisiert .... absoluter Blödsinn. Collins wollte nach Gabriels Ausstieg eher eine progressiv-jazzige Instrumentalgruppe machen, was der Rest der Band jedoch wehement ablehnte. Der Kommerzonkel in der Truppe ist eher Mike Rutherford ... alle ersten süßlichen Popsongs stammen aus seiner Feder ("Follow You Follow Me", "Your Own Special Way"). Collins hat erst zu "Duke" (1980) eigene Songs beigesteuert ... wobei die restliche Band "In The Air Tonight" als zu düster ablehnte, und Tony Banks, gegen Collins Vorstellung, lieber das kommerziellle "Misunderstanding" auf der Platte wollte.

In der Spätphase scheiden sich sicherlich die Meinungen, aber objektiv betrachtet sind "Genesis" (1983) und "Invisible Touch" (1986) ziemlich geniale Pop-Prog-Alben. Gute Popsongs muss man auch erstmal schreiben können ... und mit "Home By The Sea 1 & 2" und "Domino" sind auf beiden Alben auch klasse 80er-Progepen drauf.
Einzig "We Can't Dance" ist für mich als Album ein Komplettausfall ... ausser "No Son Of Mine" und "Fading Lights" finde ich die Platte komplett langweilig. Den Kritikern spielt in die Hände, dass dies das Album mit den meisten Collinsbeiträgen ist ... die dürftige Qualtität des Materials dürfte aber eher an seinen persönlichen Lebensumständen gelegen haben. Auch Solo hat er ab diesem Zeitpunkt nicht brauchbares mehr auf die Beine gestellt ...

Und die Phase mit Ray Wilson hätten sie sich trotz brauchbarem Album lieber ganz sparen sollen ... jedenfalls unter dem Namen GENESIS.

Meine TOP 5 Studioalben:

- Trick Of The Tail
- Duke
- Wind & Wuthering
- Foxtrott
- ... And Then There Were Three ...
... und natürlich "Seconds Out", eines der besten Livealben der Musikgeschichte!!!



"Supper's Ready" (Auszug) mit Collins als Sänger ...



Ich bin aber froh, dass ich GENESIS auf der Reunion-Tour 2007 nochmal live gesehen habe ... ansonsten sind "Musical Box" als Tribute-Band wirklich sehr zu empfehlen. Ich habe diese mit der "Lamb .."-Show und der "Trick ..."-Show gesehen und war von der Authentizität absolut beeindruckt!!

#4 RE: Genesis von WorkingMan 27.09.2016 14:22

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#5 RE: Genesis von Newworldman 06.10.2016 09:56

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Also Flo, da haste ja schon fast die Exklusivmeinung mit Deinem Favoriten Collins - glaube, das habe ich noch nie von einem gehört. Aber ich kann das durchaus nachvollziehen, wobei mir Gabriels Stimme einfach besser gefällt...dieses fragile, brüchige in seiner Stimme finde ich einfach geil! Hier würde mich mal Ortegas Meinung zu interessieren (Erinnere mich noch an seine Geschichte "Als Genesis in meiner Küche verprügelt wurden" -oder so ähnlich, die er auf seiner HP hatte)

Siehste, das mit dem Kommerzonkel wusste ich auch nicht, aber wenn man Mike und seine Mechaniker hört, könnte das durchaus ein stimmiger Hinweis sein!

So schlecht finde ich die "We can't dance" gar nicht... No son of mine, Driving the last spike, Dreaming while you sleep höre ich durchaus gerne. Als Komplettausfall würde ich die nicht bezeichnen.

Calling all stations finde ich auch ganz gut, muss dir aber uneingeschränkt Recht geben, man darf sie nicht unter dem Label Genesis hören...

#6 RE: Genesis von Ortega 08.10.2016 09:12

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Genesis sind IMHO ganz simpel zusammenzufassen:

Genesis mit Gabriel am Mikro: Geil.
Genesis mit Collins am Mikro: Geil.
Und geil ist noch leicht untertrieben. Und mit leicht meine ich stark. Sehr stark.

#7 RE: Genesis von bravado 08.10.2016 19:13

Zitat von Newworldman im Beitrag #5
Also Flo, da haste ja schon fast die Exklusivmeinung mit Deinem Favoriten Collins - glaube, das habe ich noch nie von einem gehört.


OK, dann bin ich jetzt der zweite ... ;-)
Ich stimme Flo voll zu, auch mir gefällt die Übergangsphase am besten.

Wobei trotzdem sowohl mit Gabriel'schen Frühphase als auch der späten Popphase keine Probleme habe.
Ich halte es für ziemlich sinnlos, Bands in eine Genreschublade zu stecken und dann für immer und ewig daran zu messen, was sie mal früher gemacht hat.
Wenn Genesis gegen Ende ihrer Schaffenszeit mehr Bock auf Pop hatten, dann grenzt es für mich an 'Schwachsinn, diese als schlechte Progplatten, weil zu poppig zu kritisieren.
Und als Poplatte ist "We can't dance" zwar kein Epos, aber gar nicht so schlecht.

#8 RE: Genesis von Greyfriar 10.04.2017 01:34

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Eigentlich hätte Hackett einen eigenen thread verdient aber da die Beteiligung sich hier eh etwas in Grenzen hält, frage ich mal in diesem Fred nach.
Hat schon einer die neue Hackett gehört???
Nur geil!!!

#9 RE: Genesis von Newworldman 10.04.2017 09:11

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Negativ, noch nicht gehört. Bin aber auch kein großer Hackett-Fan/Kenner. Wusste gar nicht, dass er auch eigenes macht - dachte immer, der macht bissi Kohle mit seinen Revisited-Touren und das wars.

#10 RE: Genesis von flo1102 10.04.2017 14:15

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Das Solomaterial von Steve Hackett geht irgendwie nicht an mich ran (seit Beginn seiner Solo-Phase 1977). Musikalisch, und im besonderen sein Gitarrenspiel, streckenweise ok ... aber mit den Songs an sich werde ich nicht warm. Erst Recht, wenn er versucht selber zu singen ... und wenn auch wenig innovativ, gefallen mir eigentlich nur seine ReVisited-Projekte. In erster Linie aber auch durch die interessanten Gastbeiträge (Stolt, Wetton, Kershaw, Rothery, ... usw).

Mit den Solomaterialien seiner Ex-Kollegen geht es mir aber phasenweise nicht anders ...

Banks: Von dem gefällt mir eigentlich nur sein Solo-Debut "A Curious Feeling" (1979). Die Platte klingt wie eine gute Outtake-Sammlung aus den Recording-Sessions zu "... And Then There Were Three ...". Gleicher Sound, gleicher Charakter ... und Chester Thompson trommelt. Seine restlichen Soloergüsse der späteren Solo-Alben finde hochgradig belanglos ...

Rutherford: Auch hier gefällt mir eigentlich nur sein Solo-Debut "A Smallcreep's Day" (1980), weil es ebanfalls am ehesten nach Genesis klingt ... Mike & The Mechanics sind mir dann doch zu glatt. Einzig das M&TM-Debut gefällt mir ganz gut ... was wohl aber auch dem Umstand geschuldet ist, dass die Platte Teil des Soundtracks meiner pubertären Prägungsphase ist.

Gabriel: Da bin ich ganz Mainstream ... "so" und "us" sind für mich Meisterwerke, die Alben davor und "up" haben immer wieder tolle Songs dabei, es gibt aber auch Titel, die mich gar nicht ansprechen. Sein "Scratch My Back ..."-Projekt empfinde ich als totales Desaster und auch seine Orchesterversion seiner werke find ich nur mäßig spannend.

Collins: Die ersten 3 Alben (das 4. nur teilwese) finde ich großartig ... ab seinem 93er Selbstversuch (beginnend jedoch schon mit seiner letzten Genesis-Produktion) kam nur noch hohle Luft (das Big Band-Experiment mal ausgenommen).

Immerhin wäre Hackett (und wenn ich in Stimmung bin auch Rutherford) der einzige, den ich mir auch mal gerne Live ansehen würde. Bei Gabriel und Collins brauch ich das nicht mehr ...

#11 RE: Genesis von Greyfriar 10.04.2017 23:50

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Zitat von Newworldman im Beitrag #9
Negativ, noch nicht gehört. Bin aber auch kein großer Hackett-Fan/Kenner. Wusste gar nicht, dass er auch eigenes macht - dachte immer, der macht bissi Kohle mit seinen Revisited-Touren und das wars.


Wenn du nicht eine einzige Hackett Soloveröffentlichung gehört hast, dann grenzt das ja schon an Progignoranz allererster Güte. Mensch Newie, der Mann hat seit 1975 mindestens 15 Alben in Eigenregie abgeliefert und dabei immer wieder grandiose Gastmusiker am Start. Zugegeben seine Art der Musik ist meist düster und man muss in der Stimmung sein aber das neue Album zeigt ihn weitaus weltoffener und eingängiger. Lohnt sich echt da mal reinzuhören.

#12 RE: Genesis von Greyfriar 11.04.2017 01:22

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Zitat von flo1102 im Beitrag #10
Das Solomaterial von Steve Hackett geht irgendwie nicht an mich ran (seit Beginn seiner Solo-Phase 1977). Musikalisch, und im besonderen sein Gitarrenspiel, streckenweise ok ... aber mit den Songs an sich werde ich nicht warm. Erst Recht, wenn er versucht selber zu singen ... und wenn auch wenig innovativ, gefallen mir eigentlich nur seine ReVisited-Projekte. In erster Linie aber auch durch die interessanten Gastbeiträge (Stolt, Wetton, Kershaw, Rothery, ... usw).

Mit den Solomaterialien seiner Ex-Kollegen geht es mir aber phasenweise nicht anders ...

Banks: Von dem gefällt mir eigentlich nur sein Solo-Debut "A Curious Feeling" (1979). Die Platte klingt wie eine gute Outtake-Sammlung aus den Recording-Sessions zu "... And Then There Were Three ...". Gleicher Sound, gleicher Charakter ... und Chester Thompson trommelt. Seine restlichen Soloergüsse der späteren Solo-Alben finde hochgradig belanglos ...

Rutherford: Auch hier gefällt mir eigentlich nur sein Solo-Debut "A Smallcreep's Day" (1980), weil es ebanfalls am ehesten nach Genesis klingt ... Mike & The Mechanics sind mir dann doch zu glatt. Einzig das M&TM-Debut gefällt mir ganz gut ... was wohl aber auch dem Umstand geschuldet ist, dass die Platte Teil des Soundtracks meiner pubertären Prägungsphase ist.

Gabriel: Da bin ich ganz Mainstream ... "so" und "us" sind für mich Meisterwerke, die Alben davor und "up" haben immer wieder tolle Songs dabei, es gibt aber auch Titel, die mich gar nicht ansprechen. Sein "Scratch My Back ..."-Projekt empfinde ich als totales Desaster und auch seine Orchesterversion seiner werke find ich nur mäßig spannend.

Collins: Die ersten 3 Alben (das 4. nur teilwese) finde ich großartig ... ab seinem 93er Selbstversuch (beginnend jedoch schon mit seiner letzten Genesis-Produktion) kam nur noch hohle Luft (das Big Band-Experiment mal ausgenommen).

Immerhin wäre Hackett (und wenn ich in Stimmung bin auch Rutherford) der einzige, den ich mir auch mal gerne Live ansehen würde. Bei Gabriel und Collins brauch ich das nicht mehr ...

Teste mal die neue von Hackett, die Scheibe ist ein Prog Meisterwerk. Hebt sich von allem ab was er bisher gemacht hat. Anders formuliert, er hat seine ureigene Art Musik zu machen weiterentwickelt und perfektioniert. Von Streichern über klassische Gitarrenelemente, exotischem Instrumentarium und einem Hauch World Music (toller weiblicher Gesang) ist hier alles geboten. Hackett ist dann noch das Sahnehäubchen, mit seinem inzwischen. unverwechselbaren (goldenen) Gitarrenton. Brilliant. Mit Nick D'Virgilio hat er zudem noch einen top drummer ins Boot geholt, der dem ganzen rhythmisch seinen Stempel verpasst. Nick spielt nicht bei allen Stücken aber er hat seine Spuren auf diesem Album eindrucksvoll hinterlassen.

#13 RE: Genesis von EulaliaRivendell 12.07.2019 19:49

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Ohhhhh, da rennste offene Türen ein. Ich liebe meine G-Men mindestens, seit damals anfang der 80er mein Schwager die Lamb anschleppte. Leider ist bei den Genesisfans oft zu wenig Humor vorhanden, nicht nur wegen dem unsäglichen Phil vs. Peter-Gezanke. Ein Genesisforum gibts noch. Aber zu meinem Leidwesen kein deutsches Peter Gabriel Forum, denn gerade die "Gabrieliter" hatten Humor. Meinen schönsten Lachkrampf hatte ich bei einem Treffen mit denen, als eine von den Mädels ein Huhn imitierte. Wäre ich ein Mensch im Harry Potter Paralleluniversum wäre diese Situation der "Patronus" Aktivierer. Natürlich dichtgefolgt vom Kartoffelwurst-Abend auf dem Loreleyzeltplatz mit euch!

#14 RE: Genesis von EulaliaRivendell 12.07.2019 19:51

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Apropos GIANT HOGWEED LIIIVES!!! 😁

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